3. Mann Tour: Auf den Spuren von Harry Lime


Der Dritte Mann – ein Film der Geschichte geschrieben hat. Gedreht in der Nachkriegszeit in Wien erzählt die Geschichte von drei Menschen.  Harry Lime, der gewissenlose Penizilinschieber und Namensgeber des Films (gespielt von Orson Wells), seinem Freund Holly Martins (Joseph Cotten) und Anna Schmidt (Alida Valli) – die Geliebte des Dritten Mannes.   

Kurz zur Story des Films: In Wien angekommen erfährt Holly Martins vom plötzlichen und mysteriösen Tod seines Freundes und dessen Verstrickungen in üble Schwarzmarktgeschäfte. Dies kann ein getreuer Freund nicht so einfach hinnehmen und versucht den Tod aufzuklären und dessen Ehre wieder herzustellen. Dabei lernt er Harrys Geliebte und einige zwielichtige Gestalten und die Machenschaften der Besatzungsmächte kennen und gerät dabei immer tiefer in die Geschichte, bis er schließlich herausfindet, dass Harry Lime noch lebt – im Untergrund. Eine packende Verfolgungsjagd durch das zerbombte Wien ist kunstvoll in Szene gesetzt, die letztendlich in der Kanalisation endet.

Einstieg in die "Unterwelt von Wien"
Und genau dort beginnt die 3. Mann-Tour. Beim Einstieg in die Kanalisation am Karlsplatz (Girardipark). Mit  Helm und Stirnlampe geht’s dann los. Runter in die „Wiener Unterwelt“ – immer der Nase und dem Guide nach.  Unten angekommen erwartet die Besucher eine Multimedia-Show über die Tätigkeiten der Kanalarbeiter von heute, unter welchen Bedingungen diese hart arbeitenden Männer ihre Brötchen verdienen.



Drehort des "Dritten Mannes"
Weiter geht’s zu den Originalschauplätzen des Films. Nur an wenigen Stellen wurde eine spektakuläre Verfolgungsjagd gekonnt inszeniert. Wir stehen genau an dem Geländer, über das sich Orsen Wells alias Harry Lime geschwungen hat und über die Überlaufmauer durch das Kanalwasser balanciert ist. Informationen und Filmausschnitte werden wieder gekonnt an die Wand projeziert und man kann hautnah die Verfolgungsjagd miterleben. Für die Stimmung sorgen gut platzierte färbige Lampen, die das Kanalsystem in Szene setzen. In einem weiteren Raum erfahren wir wieder etwas über das Kanalsystem und dessen Funktionen. Der Abschluss der ca. 45minüten Führung bringt uns direkt in den riesigen Kanal des Wienflusses unterhalb des Karlplatzes. Mächtig beeindruckt von diesem Bauwerk in dem ein Fluss rinnt versorgt  uns der Guide mit Informationen über Flutwellen, die bei starken Regenfällen durch den Kanal strömen und binnen weniger Minuten diesen mehrere Meter hoch füllen können.

Fazit zur Tour: Ein absolutes Muss für jeden Filmliebhaber und der schon „alles“ gesehen hat und der mit nicht so feinen Düften umgehen kann (es ist echt erträglich - persönlich hätte ich es mir viel schlimmer vorgestellt). Ratten gab’s (gottseidank) keine zu sehen und man muss auch nicht durch irgendwelche ekelige Löcher oder  Röhren kriechen oder gar „ins Braune“ steigen. Man bewegt sich stets auf mit Geländern gesicherten Wegen. Mit Sandalen würd ich diese Tour trotzdem nicht machen, da die Böden klarerweise feucht sind.

Nähere Infos zur geführten Tour unter:  www.drittemanntour.at

Viel Spaß in der Welt unter unseren Füßen!

Zwei Kanäle treffen zusammen: Es ist aber nicht wonach es aussieht - es handelt sich dabei lediglich um die Maische aus den Braufässern der Ottakringer Brauerei ... nachdem diese den Weg durch den Gulli gefunden hat.
Mitten in der Unterwelt - geschützt mit Helm und Stirnlampe!

ROM … ein Trip in die „Ewige“


753 schlüpft Rom aus dem Ei. Einer der wenigen Sprüche der mir aus dem Geschichtsunterricht hängen geblieben ist. Dabei ist die Rede vom Jahr der Gründung – vor Christi. Und weil es eben schon ein Weilchen her ist, als Romulus und Remus von einer Wöflin aufgezogen und erstgenannter auch die Stadt auf ihren sieben Hügeln gegründet hat - und diese bis heute von ihrer Pracht nichts eingebüßt hat - hat Rom den Titel der ewigen Stadt auch redlich verdient.


Unzählige Bilder flattern im Bruchteil einer Sekunde vor unserem inneren Auge, wenn wir an Rom denken. Kolosseum, Peterskirche, Sixtinische Kapelle, Forum Romanum, Engelsburg, Piazza Navona, Trevi Brunnen (Bild unten - zur "Blauen Stunde"), Pantheon und und und… und jedes dieser Bilder - dieser Sehenswürdigkeiten - ist allemal eine Reise wert.

Rom war der Dreh- und Angelpunkt des Römischen Reiches. Der wahrscheinlich berühmteste Kaiser des Imperiums war Julius Cäsar, der auf tragische Weise dem politischen Spiel zum Opfer gefallen ist, erinnert noch heute an die Hochblüte der Stadt.

Rom war aber auch die Leinwand der größten Künstler. Michelangelo, Boticelli, Rosselli und viele mehr haben sich unter anderem in den Vatikanischen Museen verewigt. Bernini begegnet man noch heute eindrucksvoll am Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona, dem Baldachin in der  Peterskirche und an vielen weiteren Orten der Stadt.

Rom bietet für jeden Reisegeschmack etwas. Für den Historiker, für den Kunstinteressierten, für den Gourmet, für den Genießer und selbst der Städte-Flug-Trip-Einkäufer kommt auf seine Kosten. Hier sind 12 Tipps mit der Ihr Rom-Trip in ewiger Erinnerung bleiben wird.

12 Tipps für Ihren Rom-Trip:

  1. Die Anreise mit dem Flugzeug ist sicher die bequemste. Flugtickets gibt’s zu einem echt günstigen Preis – einfach googeln
  2.  Die Fahrt vom Flughafen erfolgt mit dem Leonardo-Express (direkt vom Flughafen) . Die Fahrt dauert knapp 30 Minuten. Heimtückisch ist nur, dass man auch wirklich in den „richtigen“ Zug einsteigt.
  3. Besorgen Sie sich den Roma-Pass. Damit erspart man sich einerseits einiges an Kosten. Die beiden erstbesuchten Sehenswürdigkeiten sind gratis dabei, verschafft zusätzliche Ermäßigungen und  - das bringts nämlich voll: Lästiges schlangestehen erspart man sich (es macht echt Spaß im Kolosseum  an einer elendslangen Schlage vorbeizugehen)
  4. Ein guter Stadtplan ist auf jeden Fall empfehlenswert (erspart unnötige Umwege und Fußmärsche). Einer ist übrigens beim Roma-Pass dabei.
  5. Planen Sie für den Vatikan einen ganzen Tag (halber Tag für die Vatikanischen Museen, ein halber Tag für den Petersdom und Petersplatz ).
  6. Besichtigen Sie den Petersdom nicht nur von innen, sondern steigen sie auch auf seine Kuppel . Der Blick ist unbezahlbar. Näher wird man dem „göttlichen auf Erden“ wohl nicht mehr kommen.
  7. Das Antike Rom: Kolosseum (super Nacht-Fotomotiv) und Forum Romanum gehen locker hintereinader (guten halben Tag einplanen). Ein Blick vom Forum Romanum auf den Circus Maximus ist ausreichend (es ist nur noch eine Grünfläche übrig geblieben)
  8. Rundgang durch die innere Stadt: Pantheon, Piazza Navona, Engelsburg und Trevi Brunnen lassen sich zu Fuß gut erkunden (einen halben Tag sollte man sich trotzdem dafür Zeit nehmen)
  9. Die Spanische Treppe liegt etwas abseits – lässt sich aber mit einem Shopping-Nachmittag recht gut verbinden (in der Gegend liegen einige nette Shopping-Möglichkeiten)
  10. Bei einer Rundfahrt mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus erlebt man auch die etwas entfernteren Attraktionen (Monumento Vittorio, Bocca della verità)
  11. Wenn noch Zeit übrig bleibt empfiehlt sich ein kleiner Rundgang durch den Villa Borghese (riesiger Stadtpark) die Besichtigung der Terme di Caracalla oder ein Besuch der San Giovanni in Laterano mit dem größten Obelisken (32 m) von Rom
  12. Besuchen Sie nicht nur Rom sondern erleben Sie es! Bei einem Café Latte in einem der engen Gassen der Innenstadt, bei einem Eis auf dem Piazza Navona vor dem Vierströmebrunnen bei einem guten Glas Wein am Abend in einem kleinen Ristorante oder beim Blick von der Engelsburg auf die Stadt und den Tiber – und bei einem Münzwurf in den Trevi-Brunnen, denn dann kehren auch Sie wieder in diese einzigartige, faszinierende, ewige Stadt zurück.
 Und hier noch einige Eindrücke zum Gustieren:

Petersdom
Blick von der Kuppel des Petersdoms auf den Petersplatz
Forum Romanum (im Hintergrund das Kolosseum)

im Forum Romanum

Monumento Vittorio Emanuelle II

Engelsburg mit Engelsbrücke

in den Vatikanieschen Museen

Vierströmebrunnen am Piazza Navona

Pantheon

Terme di Caracalla







If you are going to ... San Franciso ...

... dann haben Sie 1. eine verdammt gute Wahl getroffen und werden 2. vermutlich ihr Leben lang an diese eindrucksvolle Stadt an der Westküste der USA zurückdenken! Wenn Sie sich fragen, warum bloss? Dann lesen Sie einfach weiter, denn  ich erzähle Ihnen, wie ich die Stadt erlebt habe. Aber nichts - absolut nichts - sollte Sie davon abhalten, einmal selbst diese faszinierende Stadt zu besuchen. Denn kein Foto, kein Video und kein Bericht kann Ihnen das Feeling vermitteln, diese Stadt zu "spüren".

San Francisco - bekannt aus zahlreichen Hollywood-Movies, TV-Serien und von Fotos. Das Symbol für S.F. ist schlechthin die Golden Gate Bridge. Wenn Sie die rostrote Brücke im Sonnenschein und in seiner vollen Pracht erleben möchten, empfiehlt sich die Reisezeit in den Herbst zu legen. Erliegen Sie nicht der Täuschung im Hochsommer sei die beste Reisezeit. Ätsch! Rechnen Sie im August mit Temperaturen um die 15 °C und ... Nebel. Denn im Sommer herrscht in dieser Gegend ein interessantes Wetter. Die kalten Meeresströmungen des Pazifiks treffen auf die heißen Temperaturen des Landesinneren - und wie wir wissen ist dies die beste Ausgangslage für Nebel. Und dieser bildet sich genau ... wo denn sonst? ... bei der Golden Gate Bridge. Für extravagante Fotos, auf denen die Bridge im düsteren Schein liegt, ist der Sommer geradezu perfekt. Nahezu minütlich ändert sich die Sicht auf die Brücke.

Gehen wir aber einen kleinen Schritt weiter - hinein in die Stadt und steigen ein in ein Cable-Car und lassen uns wie jeher auf die steilen Hügel der Stadt ziehen (heute sind diese Straßenbahnen hauptsächlich als Touristenattraktion im Einsatz). Cojack-Fans denken während der Fahrt vermutlich auch an die wilden Verfolgungsjagden die der Glatzkopf durch "Die Straßen von S.F." geliefert hat. Steigen Sie zwischendurch aus - z.B. bei Chinatown. Ebenso bekannt wie berüchtigt.

Und wenn wir schon beim Berüchtigtem sind:  Al Capone hat es von innen gesehen. Warum also auch nicht selbst mal erleben (ich wünsche es Ihnen nur für einen kurzen Besuch) wie es einst in einem der sichersten Gefängnisse der Welt ausgesehen hat. Alcatraz! Eine kleine Insel in der Bay war vor gar nicht all zu langer Zeit die Heimat der gefährlichsten Verbrecher. Heute eine Touristenattraktion, die sich kein S.F.-Besucher entgehen lassen sollte.
Einen tollen Ausblick auf die Insel bietet sich vom Hafen aus an. Fisherman's Warf sollte unbedingt am Besichtigungsprogramm stehen. Am Pier 39 haben sich Robben häuslich niedergelassen und bieten ein tolles Fotomotiv wenn Sie sich von den Sonnenstrahlen aufheizen lassen.

Einen fantastischen Blick über die Stadt hat man von den Zwillingsbergen - TwinPeaks. Rauf mit dem Auto und runter schauen. Und wenn Sie schon mit dem Auto unterwegs sind. Machen Sie halt in Haight-Ashbury dem Stadtteil, der besonders von der Hippiebewegung der 60er Jahren bekannt ist. Weiter geht's zur Lombard-Street (die vermutlich kurvenreichste Straße der Welt). Diese jagen Sie im Schritttempo (schneller geht's wirklich nicht) hinuter - rauf geht's nicht, weil Einbahn und heftiger Gegenverkehr davon abhalten.

Erinnern Sie sich noch an die TV-Serie "Full House" - die Serie mit den Olsen-Twins? Ich war am meisten von den Häuser fasziniert. Viktorianisch auf einem Hügel triumphierend und über die Stadt blickend. Die Straße und die Häuser gibt es wirklich. Und zwar in der Post Card Row am Alamo Square.

Ein kleiner Aufstieg gefällig? Rauf über viele Stufen und vorbei an Dachterrassen und engen Seitengassen - zum Coit-Tower. Ein toller Ausblick zum Abschluss des Städtetripps über die Stadt, die Bucht und auf Alcatraz.


Alcatraz
Am Pier 39

Lombard Street

Fußweg zum CoitTower

CoitTower




Huskyworkshop im Nationalpark Gesäuse

Wer den Film Wolfsblut gesehen hat, war vermutlich auch begeistert und fasziniert von dem Gedanken sich einmal selbst von Huskies mit einem Schlitten durch eine prachtvolle Winterlandschaft ziehen zu lassen. Viele Jahre nachdem ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, war es endlich so weit. Los ging es um halb zehn Uhr am Vormittag. Unter "Wolfsgeheul" trudelten die angehenden Musher (so nennt man denjenigen der ein Schlittenhundegespann lenkt - wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht) am Hundeparkplatz ein. Ca. 40 Huskies warteten darauf, uns mal zu zeigen, was es heisst ohne Motorengetröne durchs Gelände zu rasen. Die zutraulichen Tierchen lechzten nach Streicheleinheiten der Teilnehmer. Zu Beginn wurden wir in die Welt der Schlittenhunde theoretisch eingeführt und lernten dabei, dass es mehrere Sorten von Schlittenhunden gibt und wie man mit dem Schlitten umgeht und diesen auch lenkt. Letzteres klingt zwar einfach - ist es aber nicht. Denn gelenkt wird mit Gewichtsverlagerung und wenn die Hunde folgen würden auch auf Zuruf des Mushers - meine Befehle haben sie glatt ignoriert. Ach ja und das Wichtigste: Die Bremsen - eine fürs sanfte abbremsen (die Mattenbremse) und eine für den Notfall oder zum Parken (die Krallenbremse). Das wars auch schon. Keine Zügel, kein Lenkrad, kein Retourgang. Nachdem wir auch gelernt haben, wie wir die Hunde anziehen (dies macht man nicht weil den Tierchen kalt ist, sondern ist vielmehr das Zaumzeug) haben wir selbst Hand angelegt und die Huskies (meiner Meinung nach die schönsten Hunde der Welt) mit deren Zutun oder auch nicht das Gurtzeug übergezogen. Zu zweit und mit mit Hilfe der Hundebetreuer wurden jeweils 4 Hunde, ein Schlitten und angehender Musher zu einem Gespann vereint. Und dann wurde es laut, denn die Hunde wussten jetzt geht's los.  

Am "Hundeparkplatz"

Ein Skidoo hat bereits vorab einen schmalen Trail durch den meterhohen Schnee gezogen. Ohne die Leinen los zu lassen - die gab's ja nicht - legten wir einen koordinierten Start hin. Vorne weg ein erfahrener Schlittenhundeführer, dahinter wir Laien - jeder auf einem eigenen Schlitten, sechs an der Zahl - fetzten durch die schmale Gasse der Winterlandschaft.

Aufregung beim Start

Der anfängliche Sprint der Hunde wandelte sich bald in einen gleichbleibenden Trab, wobei sich das Tempo nur wenig verringerte. Zwei jeweils 1 km lange Runden zogen wir zum Kennenlernen des Geräts durch den Schnee, machten dabei Übungen mit den Bremsmatten und der Lenkung. Manche machten auch den einen oder anderen ungeplanten Halt und tauchten mitsamt Schlitten in den Tiefschnee - kopfüber versteht sich.

Los geht's!

Wie gesagt, die Lenkung des Schlittens ist gewöhnungsbedürftig. Verletzungen gab's keine und so schlitterten, rutschten und warfen wir uns von den Huskies gezogen durch den Schnee.



Am Nachmittag stand die große 4 km-Runde auf dem Johnsbachtrail am Programm. Faszinierend! Amazing! Einfach genial. Mir gelang es sogar mit dem Schlitten einen kleinen Sprung über eine Strassenquerung zu stehen, danach rein in den Tiefschnee und nur knapp konnte ich einen Salto vom Schlitten verhindern. Durch den Wald, über Felder und Bäche ging die gut 25minütige Reise durchs Gesäuse. Zum Abschluss wurden wir mit dem Musher-Diplom ausgezeichnet und dürfen uns nun ganz offiziell Schlittenhundeführer nennen.

Mein persönliches Fazit: Ein Trip, der mir lange Zeit in schöner Erinnerung bleiben wird. Super organisiert und durchgeführt von den Veranstaltern. Ein Must-Have für alle Lebenslustigen!



Der Abenteuertag wurde gebucht über die Firma Absolute Outdoors Strobl (www.rafting.at), die für einige Wochen das Angebot eines Huskyworkshops online hatten. Tipp: Dieser Erlebnistag eignet sich hervorragend als Geburtstagsgeschenk (meine Frau hab ich damit ziemlich überrascht).


Einige Details zum Trip
Reisezeit: Mitte Jänner 2012
Ort: Johnsbach / Steiermark
Witterung: starker Schneefall
Veranstalter: www.rafting.at

Und noch einige Eindrücke

Trekkingtour: Venediger Höhenwanderweg

10. bis 13.7.2011: Die Wettervorhersage passt – auf nach Osttirol ins wunderschöne Virgental.

Vom Parkplatz Budam (oberhalb von Obermauern) geht’s von 1.460 m mit Sack & Pack (Rucksack hat 10,5 kg) auf die 1.990 m gelegene Niljochhütte. Köstliches Mittagessen. Wetter passt – sagen wir mal (wolkig mit Aussicht auf Regen). Wir starten den 2,5 Std. Weg auf die Bonn-Matrei-Hütte (2.750 m). Der Regen setzt mit dem Tritt über die Türschwelle der Hütte ein. Der Wirt empfängt uns mit Schnaps.

Nach einem unerwarteten Abendbuffet (äußerst köstlich) schlummern wir in unsere erste von einem heftigen Berggewitter begleitete Nacht im Lager (Zimmer war keins mehr frei – OK wir hatten auch nicht reserviert). Der Regen trommelt unentwegt auf das kleine Dachflächenfenster – so auch am nächsten Morgen. Wir stellen uns auf ein längeres Warten und Hoffen ein, dass der Regen dem Sonnenschein weicht. Schneller als erwartet (bereits während dem Frühstück) klart es immer mehr auf und wir begeben uns auf den Venediger Höhenweg.






Blick über den Eselrücken ins Virgental.














Blick zum Eselrücken - da mussten wir hoch!

















Zügig über einige Bergrücken (Eselrücken) und vorsichtig über Geröllfelder (Hinweis des Hüttenwirtes auf Steinschlaggefahr) bewegen wir uns zwischen 2.500 m und 2.700 m in Richtung Eisseehütte. Die Querung einiger (für uns) reissenden Wasserfälle bereitet – wie halt immer beim ersten Mal – leichtes Unbehagen aber gleichzeitig Glücksgefühl es doch geschafft zu haben.





Venediger Höhenweg - auf dem Weg von der Esseehütte!



















Angekommen an der Eisseehütte (2.521 m) – nach ca. 3 Std. Gehzeit stärken wir uns gemeinsam im Trubel des “Massentourismus” (sage und schreibe eine Person sitzt in der Hütte als wir sie betreten). Auf dem Höhenweg geht’s weiter zur Sajathütte – dem “Schloss in den Bergen”. Und den Titel hat es sich auch verdient. Nicht nur dass der Anblick darauf schließen lässt, auch die Unterkünfte (hatten das Glück ein 4-Bett-Zimmer nur für uns 2 zu bekommen – klarerweise ohne Reservierung) mit WC und Dusche am Zimmer und tollen Blick auf den auf der anderen Seite des Virgentals gelegenen Lasörling verzaubern nahezu auf 2.600 m Seehöhe.



Blick zurück zur Sajathütte und zum "Roten Turm"!
















Die beiden netten deutschen Damen die wir auf der Bonn-Matrei-Hütte kennengelernt hatten waren bereits gestärkt und geduscht beim Nachmittagskaffee als wir die Hütte betreten. Die Erfahrung der Beiden (Besteigung einiger 3.000er und der frühere Aufbruch am Morgen)  macht sich eben bezahlt. Da können wir nicht mithalten und suchen am Abend andere Tischnachbarn. Wiederum zwei Mädls (diesmal aus Wien mit Herkunft aus Salzburg) leisten uns Gesellschaft und wir erfahren von ihren tollkühnen Plänen am nächsten Morgen die Kreuzspitze (3.155 m) zu besteigen und Tags darauf die Simonyspitzen zu erklimmen. Ersterer ist ja noch zu bewältigen – mit etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Letzteres ist ohne Steigeisen (da oben gletschert es ziemlich) kaum zu machen. Die Bergerfahrungen dürften aber noch nicht so ausgereift sein und wir sind uns nicht ganz sicher ob sie es auch schaffen werden. Wir haben uns mit den Worten “Dass wir nix hören – im Radio oder Fernesehen” am nächsten Morgen von den beiden verabschiedet und uns auf den Weg Richtung Tal gemacht.

Vorbei noch an der Stabanthütte (1.800 m) und nach Hinterbichl. Von dort ging’s entlang der Isel nach Ströden zu den Umballfällen. Der etwas eintönige Weg (im Vergleich zum Höhenweg) wurde knapp vor der Islitzer Alm doch noch interessant. Wir beobachten eine Kärntnerin wie sie ein wirklich kleines Vögelchen auf dem Schotterweg fotografiert. Wir schleifen uns ein und beobachten das Szenario. Es stellt sich heraus, dass es sich um ein frisch geschlüpftes und offensichtlich aus dem Nest gefallenes Geierjunges handelt. Gleich daneben das Geschwisterchen des kleinen Rackers – plattgefahren und dementsprechend leblos. Gemeinsam mit der Kärntnerin retten wir das Geierjunge (Geier stehen übrigens unter Naturschutz). Eine Tupperdose ist schnell gelehrt und wir bringen das Junge zur Islitzer Alm-Hütte. Der Wirt übernimmt ab dann die Obsorge – er verständigt die Bergwacht. Die Kärntnerin tauft noch das Junge auf den Namen “Felix” (war an dem Tag der Namenstag lt. Kalender). Wir hoffen und wünschen, dass es der kleine Racker schafft und uns eines Tages bei seinen Flügen bei einer unserer nächsten Wanderungen im schönen Virgental zuruft.



Rettung des Geier-Babies























Ach ja – wie ging’s mit uns weiter. Nach der Stärkung auf der Islitzer Alm (1.513 m) machen wir noch einen kurzen Abstecher zu den Umballfällen und fahren schlussendlich mit dem Postbus zurück nach Obermauern. Und dann lernten wir unsere letzte Lektion dieser Trekkingtour (wir haben echt einiges an Erfahrung gesammelt): Wenn du eine Wandertour machst, dann bleib gefälligst am unteren Parkplatz stehen! Fahr nicht rauf – den Weg musst du gehen, entweder früher oder später. Nur am Beginn der Wanderung geht es sich mit Sicherheit leichter als am 3. Tag nachdem du bereits 5 Std. in den Beinen hast.

Die letzte Nacht in Osttirol verbringen wir in Matrei und fahren am letzten Tag unserer 1. Trekkingtour mit einem Abstecher ins Defreggental heimwärts.




Wir zwei Wandersleut!